Balneo-Phototherapie

Bade-Licht-Therapie (Photo-Sole-Therapie) bei Schuppenflechte

Bei der Photo-Sole-Therapie handelt sich um eine Anwendungsserie, die jeweils aus einem zwanzigminütigen Bad in einer Sole, einer wässrigen Salzlösung besteht und einer anschließenden kurzen Bestrahlung der Haut mit einem Lichtanteil des sichtbaren Sonnenlichtes, der bei der Schuppenflechte besonders wirksam ist. Empfehlenswert sind wenigstens zwei Behandlungen pro Woche; optimal sind sechs Behandlungen an 6 Tagen der Woche. Die Kosten von bis zu fünfunddreißig Behandlungen im Halbjahr werden von den gesetzlichen Krankenkassen und den Privatkassen übernommen.

Die Salzkonzentration des Heilwassers liegt bei fünfundzwanzig Prozent, der Salzgehalt der Nordsee liegt bei zwei bis drei Prozent. Die direkte und akute Wirkung von Solebädern beschränkt sich auf die Haut; darüber hinaus werden durch die warmen Temperaturen des Wassers Muskulatur und Gelenke entspannt. Daneben besteht eine desinfizierende, also Keim abtötende Wirkung des Heilwassers. Primär durch die erweichende Wirkung des Wassers auf die Hornschicht erfolgt bei der Anwendung von Sole-Bädern eine Abschuppung an der Haut. Bei wiederholter Anwendung werden die Wasser bindenden, körpereigenen Substanzen zwischen den Hornlamellen der oberen Hautschichten immer besser zugänglich und schneller ausgewaschen. Hierdurch dringen die im Wasser enthaltenen Mineralstoffe besser in die Haut ein und können dort ihre therapeutische Wirksamkeit entfalten.

Badewanne für das Solebad

Badewanne für das Solebad

Lichtkabine

Lichtkabine

In diesem Zusammenhang sind die verwendeten Magnesiumsalze zu erwähnen. Bei der Schuppenflechte konnte ein Magnesiummangel in der Haut festgestellt werden, welcher unter anderem für die Entstehung und den chronischen Verlauf der hierbei stattfindenden Entzündungsabläufe verantwortlich sein soll. Es konnte gezeigt werden, dass sich nach der Anwendung von Solebädern vor allem Magnesium-Ionen in den Hautzellen anreichern und einen Einfluss auf deren Zellstruktur ausüben. Die Ionen heften sich an Teile dieser Zellen und führen insbesondere in Kombination mit Licht zu zahlreichen entzündungshemmenden Effekten. So werden ortsständige Immunzellen der Haut, die eine wichtige Aufgabe für die Aufrechterhaltung der Schuppenflechte haben in ihrer Zahl und ihrer Arbeitsweise und in ihrem Zusammenspiel mit anderen Zellen des Immunsystems gehemmt.

Auch ein Entzündung auslösendes Eiweiß (5-Lipoxygenase), welches in weißen Blutkörperchen vorhanden ist, wird in seiner Funktion nachhaltig beeinflusst. Weiterhin besteht ein Zellteilung hemmender Effekt auf die unteren Hautschichten, die ansonsten bei der Schuppenflechte überaktiv sind. Demzufolge werden die für die Schuppenflechte entscheidenden Abläufe, die Entzündung und die erhöhte überstürzte Zellteilung gebremst.

Durch die unterschiedliche Konzentration gelöster Salze im Heilwasser und in der Haut fließen Strömungen in Richtung des Konzentrationsgefälles von Haut zu Sole. Dieses Prinzip liegt der zu beobachtenden „Auswaschung“ zugrunde und betrifft unter anderem Entzündung auslösende Stoffe. In dem Forschungsprojekt „Kieler Modell“, an welchem sich über 500 Kliniken und niedergelassene Hautarztpraxen beteiligten, konnte nach Solebädern von Patienten mit Schuppenflechte eine Herauslösung und Hemmung von Entzündung auslösenden Einweißen aus weißen Blutkörperchen beobachtet werden.

Die Bindung der Salzkristalle an die Hornschicht erhöht die Quellung der Haut durch das Wasser. Die Lichtempfindlichkeit und die Lichtdurchlässigkeit der Haut erhöht sich, wodurch eine anschließende Lichttherapie in ihrer Wirksamkeit erheblich gesteigert wird. Daraus ergibt sich, bei gleichbleibendem therapeutischen Effekt, die Möglichkeit des deutlichen Einsparens von UV-Licht von bis zu fünfzig Prozent.

Das verwendete UV-Licht wirkt seinerseits dämpfend auf überaktive, Krankheit fördernde Immunzellen in der Haut von Patienten mit Schuppenflechte. Allerdings ist als Langzeiteffekt der UV-Therapie wie auch bei dem natürlichen Sonnenlicht die vorzeitige Hautalterung und ein erhöhtes Risiko für den weißen Hautkrebs zu erwähnen. Für diese Patienten ist es deshalb sinnvoll, die von dem Gesetzgeber allgemein eingeführte kostenlose Hautkrebsfrüherkennungs-untersuchung alle zwei Jahre in Anspruch zu nehmen.

Neben den mechanischen Effekten der Bädertherapie stehen somit chemische und physikalische Wirkungen des Heilwassers und der in ihm enthaltenen Substanzen im Vordergrund, welche insbesondere bei chronisch hautkranken Patienten eine überaus positive Wirkung zeigen. Die Salzwasser- UV-B-Lichttherapie bewirkt eine Verbesserung der Symptome bei ungefähr vier von fünf Patienten.

Ambulante Bade-Lichttherapie (Bade-PUVA)

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Bei der Bade-PUVA handelt es sich um eine Anwendungsserie, die jeweils aus einem zwanzigminütigen warmen Wannenbad besteht, welches mit einem Lichtverstärker (Psoralen) angereichert ist und einer unmittelbar anschließenden Ganzkörper Kurzbestrahlung mit langwelligem UVA-Licht.

Während des Folienvollbades liegt der/die Patient/in in einer mit warmen Leitungswasser gefüllten Badewanne, von einer Folie umhüllt, in die 5 Liter einer 0,1% 8-MOP-Lösung gegossen werden.

In der Anfangsphase wird die Therapie zwei- bis viermal in der Woche durchgeführt und kann später reduziert werden.

Die Gesamtbehandlungsdauer ist abhängig von dem Ausprägungsgrad der Erkrankung. Bei einer Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) gilt ein Richtwert von fünf bis acht Wochen, wobei in der Regel fünfzehn bis vierundzwanzig Behandlungen bis zur vollständigen Rückbildung der Hautveränderungen notwendig sind.

Blick in die Behandlungsräume/Umkleidekabinen

Blick in die Behandlungsräume/Umkleidekabinen

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Preise

Die Kosten von bis zu fünfunddreißig Behandlungen im Halbjahr werden von den gesetzlichen Krankenkassen und den Privatkassen übernommen.